Espresso gegen Kopfschmerzen

Brummt der Schädel, ist das Leben nicht mehr wirklich schön. Wer an Kopfschmerzen leidet macht am besten erst einmal Pause – und gönnt sich eine Tasse Kaffee!

Koffein steigert nicht nur die Leistungsfähigkeit des Gehirns, auch unser Organismus reagiert darauf. Es kurbelt den gesamten Stoffwechsel an, die Blutgefässe weiten sich, der Herzschlag wird erhöht und die Organe werden besser durchblutet. Dass diese anregende Wirkung des Koffeins Kopfschmerz vorübergehend stillt, ist schon lange bekannt – schliesslich wurde bereits das Softgetränk Coca Cola ursprünglich als Therapie gegen Kopfschmerzen eingesetzt.

Espresso als Schmerzblocker

Wissenschaftler haben nun herausgefunden, weshalb ein doppelter Espresso hilft, Kopfschmerzen zu vertreiben. Die Forscher konnten nachweisen, dass Koffein die Bildung eines Enzyms blockiert, das für die Freisetzung von Prostaglandinen verantwortlich ist. Prostaglandine sind hormonähnliche Substanzen, die unter anderem an der Weiterleitung von Schmerzen beteiligt sind. Sie spielen eine wichtige Rolle bei Kopfschmerzen aller Art wie etwa Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Die Untersuchung hat allerdings auch ergeben, dass das Koffein allein nur einen geringen Hemmeffekt auf die Prostaglandinbildung hat. Die Kombination aus Koffein und einem Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol ist dagegen um ein Vielfaches stärker.

Umstrittene Kombipräparate

Die Wirkung von Kombinationspräparaten mit Koffein ist bei Experten sehr umstritten. Einer Untersuchung zufolge soll das Koffein durch seine anregende Wirkung dazu verleiten, die Schmerzmittel länger als nötig zu nehmen. Dadurch erhöhe sich das Risiko, einen schmerzmittelbedingten Dauerkopfschmerz zu entwickeln. Andere Experten finden diese Warnung übertrieben. Sie heben hervor, dass gerade die Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein besonders wirksam sei, wobei Koffein als «Beschleuniger» wirke: Dieser Effekt ist unter anderem dadurch zu erklären, dass Koffein die Aufnahme von ASS aus dem Darm ins Blut beschleunigt – die Stoffe sich also gegenseitig ergänzen und eine schnellere Wirkung erzielen.

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Quelle: «Drogistenstern»
Autorin: Christa Friedli Müller
Redaktion: Didier Buchmann