Husten natürlich behandeln

Husten ist ein schützender Reflex, um Fremdkörper aus dem Körper zu treiben. Dennoch: Hört die Husterei nicht mehr auf, ist es gut zu wissen, wie man ihn stoppen kann.

– Auch wenn es sich nicht so anfühlt, Husten hat durchaus Vorteile. Im Grunde genommen handelt es sich um einen wichtigen Reflex der die Atemwege schützt. Wie sonst sollten wir uns eines verschluckten Bissens entledigen? Gerät nämlich ein Fremdkörper «in den falschen Hals» baut sich im Brustraum ein Überdruck auf. Durch das Husten wird dieser fast explosionsartig wieder ausgeglichen und der Fremdkörper durch die Speiseröhre Richtung Mundöffnung geschleudert. Der dabei erzeugte Luftausstoss erreicht eine Geschwindigkeit von annähernd fünfhundert Stundenkilometern. Husten befreit zudem die Bronchien von allerlei Fremdstoffen und angesammeltem Schleim.

So kommt es zum Hustenreiz

Durch die Luftröhre strömt die Atemluft in die Bronchien und von da in den Bereich der Lungen. Die Bronchien, auch Bronchialbaum genannt, sind zu Beginn sehr dick und verzweigen sich wie bei einem Baum immer weiter, bis die kleinsten Verzweigungen in unzählige Lungenbläschen münden. Die Bronchialschleimhaut reagiert sehr empfindlich auf eingedrungene Partikel, reizende Gase, Kälte und Krankheitserreger. Deshalb ist die Schleimhaut der Bronchien mit feinen Flimmerhärchen bedeckt, die durch ständige Hin- und Herbewegungen für die Reinigung der Luftwege sorgen. Erst wenn diese überfordert sind, kommt es zum Hustenreiz.

Häufig wird Husten durch Erkältungsviren verursacht und von Erkältungssymptomen wie Schnupfen begleitet. Die Viren lösen eine Entzündung aus, worauf die Bronchialschleimhaut mit vermehrter Schleimproduktion reagiert. Auch schwerwiegende Krankheiten wie Asthma, Pseudokrupp, Keuchhusten oder Erkrankungen der inneren Organe können von Husten begleitet sein.

Reiz- oder Bronchialhusten?

Drogistin Rita Röllin: «Egal, aus welcher Ursache gehustet wird, bei der Behandlung unterscheidet man prinzipiell zwischen einem trockenen Reizhusten und einem Bronchialhusten mit Verschleimung. Der Reizhusten sitzt oben im Rachen. Wird ein Reizhusten nicht behandelt, kann daraus ein Bronchialhusten mit zäher Verschleimung entstehen.»

Husten mit Schleimauswurf darf nicht unterdrückt werden, denn das verhindert die Heilung. Der Husten soll ja die Atemwege vom Schleim befreien. Hier helfen Spagyrikmischungen und homöopathische Mittel mit schleimlösender und entzündungshemmender Wirkung. Ausserdem kann ein Brust- und Hustentee oder eine Teemischung je nach Geschmack mit schleimlösenden Kräutern getrunken werden.

Zur Linderung von Husten ist so manches Kraut gewachsen. Einige bekannte Arzneipflanzen:

Reizlindernd und krampflösend

Thymian, Eibisch, Malve, Anis, Wollblume, Spitzwegerich, Huflattich, Isländisch Moos, Sonnentau, Königskerze.

Schleimlösend

Thymian, Spitzwegerich, Huflattich, Eukalyptus, Efeu, Anis, Schlüsselblume.

«Unterstützend wirken Erkältungssalben und Inhalationen mit Heisswasser und ätherischen Ölen, wobei Eukalyptus und Kampfer für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet sind», sagt die Drogistin. Sie empfiehlt bei Kindern, die immer wieder anfällig auf Atemwegserkrankungen sind, eine Gemmotherapie mit Hagebutten. Dabei wird aus den Hagebuttenknospen die Wirkstoffe gelöst (Auszug) und als Mundspray verabreicht.

Husten lässt sich auf viele Arten natürlich behandeln. Welche weiteren Behandlungsformen es gibt und wann sie angewendet werden, erfahren Sie in unserer Übersicht. Dauert ein Erkältungshusten mehr als zwei bis drei Wochen und bessert sich nicht, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Quelle: «Drogistenstern»
Autoren: Christa Friedli, Didier Buchmann
Redaktion: Didier Buchmann