Schmerzen
Schmerz ist messbar
Statistisch gesehen leidet einer von zehn Schweizern unter chronischen Schmerzen. Diese Zahl ist jedoch vorsichtig zu interpretieren – denn Schmerz ist sehr subjektiv.
Die Medizin kann kann die individuelle Schmerzschwelle von Patienten ermitteln.
Schmerz ist lediglich ein elektrischer Impuls, der durch den Körper wandert und vom Gehirn wahrgenommen wird. «Komplex wird das Ganze, weil Schmerzsignale auch ins limbische System des Gehirns gelangen, wo sie emotional bewertet werden», erklärt Dr. med. Guido Gallacchi, Chefarzt der Schmerzklinik Kirschgarten in Basel. Schmerz bekommt also eine Art Farbe und vermischt sich mit den Emotionen und Gefühlen des Augenblicks. Dennoch hat die Wissenschaft Methoden gefunden, Schmerzen – so gut wie möglich – zu messen. Das gebräuchlichste System ist die visuelle Analog-Skala (VAS), mit deren Hilfe der Patient die Intensität des Schmerzempfindens bewertet.
Stufen 1 und 2: Kein oder kaum Schmerz.
Stufen 3 und 4: Mässiger Schmerz – wird bei Ablenkung nicht wahrgenommen.
Stufen 5 und 6: Mittelstarker Schmerz – behindert das Gehen und Einschlafen.
Stufen 7 und 8: Starker Schmerz – weckt den Wunsch zu liegen, Hilflosigkeit kommt auf, Denken und Sprechen kreisen hauptsächlich um den Schmerz.
Stufen 9 und 10: Der Patient möchte schreien, ist möglicherweise depressiv, sieht keinen Sinn mehr im Leben.
Nützliche Links
Download: Schmerztagebuch (pdf)
Übersteigt der Schmerz die fünfte Stufe der Skala, wird in der Regel eine medikamentöse Behandlung eingeleitet.
Seit einigen Jahren verwenden Mediziner mit der sogenannten Neurometrie ein neues technologisches Verfahren zur Messung des Schmerzes. Mit der Neurometrie lassen sich Schmerzen noch feiner messen. Dabei werden Elektroden auf die Haut geklebt, welche Signale an verschiedene, schmerzleitende Nervenfasern übermitteln. Dieses Verfahren ermöglicht es, die individuelle Schmerzschwelle des Patienten zu ermitteln.
Autor: Michel Schmid
Redaktion: Didier Buchmann

