Braucht es für das Zusammenleben mit einem Kind, das von Rheuma betroffen ist, Anpassungen?

«Es gibt krankheitsbedingte Probleme wie regelmässige Schmerzen, Müdigkeit, Einschränkung bei der körperlichen Betätigung usw. Die Familie muss sich bewusst sein, dass der Patient viel weniger Anstrengung verträgt als die anderen Kinder. Und dann gibt es die ganze psychologische Seite. Die Last einer chronischen Krankheit hat eine grosse Unsicherheit zur Folge. Man weiss nie, wie lange der Rheumaschub dauert und wie stark er sein wird. Dies ist eine belastende Situation.»

Ratschläge für die Eltern

Gemäss Dr. Michaël Hofer ist es wichtig, dass die Eltern bei ihren Kleinkindern auf anhaltende, örtliche Schmerzen achten (an Händen, Knien, Knöcheln, Hüftgelenken). Das Hinken eines Kindes oder morgendliche Steifigkeit in den Fingern können Rheumasymptome sein. Möglichst bald einen Arzt aufzusuchen, ist der beste Ratschlag. Je schneller nämlich die Krankheit diagnostiziert wird, umso grösser sind die Chancen im Kampf dagegen.

Zum Thema Zusammenleben mit einem kranken Kind ergänzt Dr. Hofer: «Man soll versuchen, möglichst normal zu leben. Es ist wichtig, ein Kind nicht übermässig zu behüten und es daran zu hindern, auszugehen oder gewisse Dinge zu tun, weil ihm dies nicht guttun könnte. Sozial soll das Kind möglichst gut integriert werden. Wenn man jahrelang krank ist, muss man möglichst normal leben können. Die kleinen Patienten möchten als normale Kinder gelten. In der Jugendzeit ist dies noch stärker spürbar.»

Quellen: «Drogistenstern» / Dr. Michaël Hofer Pädiatrischer Rheumatologe in Lausanne
Autor und Redaktion: Pierre Jenny
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