Medikamente

Ein Klick genügt (nicht)

Jede und jeder Dritte sucht medizinischen Rat im Internet. Die Antworten sind nur wenige Mausklicks entfernt – und nicht immer risikolos. Hier erfahren Sie, was seriöse Gesundheitsplattformen auszeichnet.

Eine professionell gestaltete Webseite ist noch kein Garant für seriöse Informationen.

Eine professionell gestaltete Webseite ist noch kein Garant für seriöse Informationen.

Dank des Internets ist es für Laien einfacher denn je an medizinisches Fachwissen heranzukommen. Waren gemäss einer Publikation des Zentrums für Technologiefolgenabschätzung (TA-SWISS) bereits im Jahr 2000 weltweit mehr als 100'000 Webseiten mit medizinischen Inhalten online, finden sich im Netz mittlerweile Millionen von Seiten, die sich dem Thema Gesundheit widmen.

Fachleute gehen davon aus, dass jeder Dritte im Internet nach Antworten auf seine medizinischen Fragen sucht. Der in Kanada lebende deutsche Arzt und E-Healt-Experte Gunther Eysenbach sieht vor allem zwei Gründe für dieses Verhalten. Zum einen führt er die Unzufriedenheit über ausbleibende Behandlungserfolge ins Feld. Andererseits würden Ärzte und Ärztinnen ihre Patienten aufgrund des Zeitmangels ungenügend aufklären. Ideal also, wenn das Internet die gewünschten Antworten mit wenigen Mausklicks preisgibt. Doch auch hier gilt: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ein Beispiel: Allein durch die Eingabe der Suchanfrage «Schnupfen» generiert die Suchmaschine google ungefähr 4'630'000 Treffer. Angesichts dieser Fülle von Informationen ist es für den User oft schwierig, die Informationen und Ratschläge zu filtern und zu gewichten.

Sicherheit im Netz

Um seriöse Anbieter von Gesundheitsseiten erkennen zu können, rät Gunther Eysenbach die Internetrecherche mehrfach abzusichern. Dadurch merkt der User, wo verschiedene Sichtweisen existieren und welche Empfehlungen allzu exotisch sind. Stösst man auf völlig gegensätzliche Informationen, ist es hilfreich, die Artikel in eine Art «Rangliste» zu bringen. Die Beantwortung von drei Fragen hilft dabei:

  • Wer ist der Autor und was für eine Qualifikation hat er?

  • An wen richtet sich die Webseite? (Patienten, Fachpersonen, Ärzte usw.)

  • Was ist die Motivation der Webseite? (Online-Verkauf, Produkte-Werbung, Information usw.)

Zudem sollte darauf geachtet werden, wie oft die Seite aktualisiert wird. Gerade im Bereich der medizinischen Forschung müssen Informationen regelmässig aktualisiert werden. Selbst wenn User wenig von medizinischen Inhalten verstehen, können sie in etwa beurteilen von welcher Qualität die im Netz gefundenen Inhalte sind.

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