Menstruation in den Wechseljahren

In der Zeit vor der Menopause verstärkt sich die Monatsblutung vieler Frauen. Wann aber spricht man von einer starken Regelblutung? Und weshalb kann sie problematisch sein?

– Um einschätzen zu können, ob eine Monatsblutung normal, besonders stark oder schwach ist, entwickeln Frauen im Laufe des Lebens meinst ein sicheres Gefühl. In den Wechseljahren kann sich die Art und Intensität der Regel stark verändern, was bei manchen Frauen zu Unsicherheiten führen kann. Hier eine Übersicht in welcher Bandbreite eine Blutung als «normal» bezeichnet wird.

Blutungscharakteristika und Normalwerte

Zyklusdauer

24-35 Tage

Blutungsdauer

2-7 Tage

Blutvolumen

5-80 ml (im Mittel 30 ml)

Weitere Hinweise

  • Einlagen-/Tamponwechsel > 3-Stundenintervall

  • < 21 Einlagen/Tampons pro Zyklus

  • selten nächtlicher Einlagen- oder Tamponwechsel

  • Blutgerinsel-/Koageldurchmesser < 2,5 cm

  • keine Blutarmut

Alle Werte – betreffend Zyklus- und Blutungsdauer, Blutvolumen – die über oder unterhalb der oben angegebenen Werte liegen, sind auffällig, ausser, wenn eine Frau die Pille nimmt. «Wenn eine zu starke Regelblutung, das heisst ein Blutvolumen grösser als 80 ml pro Zyklus vorliegt, sollten die Gründe untersucht und behandelt werden», sagt Dr. med. Petra Stute, Oberärztin am Berner Inselspital und Leiterin des Zentrums für Wechseljahre. Grundsätzlich stehen zur Behandlung einige medikamentöse Ansätze (z.B. Hormontabletten, Hormonhaltige Spirale), operative Verfahren (Endometriumabtragung/Schleimhautabtragung) und in letzter Konsequenz die Gebärmutterentfernung zur Verfügung. Petra Stute erklärt, weshalb man bei starken Regelblutungen nicht untätig bleiben sollte: «Eine zu starke oder zu häufige Blutungen können langfristig zu einem Eisenmangel führen.» Eisenmangel steht unter anderem mit folgenden Beschwerden im Zusammenhang: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Haarausfall, eingeschränkte Wärmeregulation, Blässe, Atemnot, Herzklopfen, Ödeme in den Beinen.

Wechseljahr-Test

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Einflussreiches Eisen

Damit der Körper gesund und leistungsfähig ist, sollte Frauen drei Gramm und Männern vier Gramm Eisen zur Verfügung stehen, wobei 1/3 der «Eisenvorräte» in der Leber, 2/3 im Hämoglobin (rote Blutkörperchen) gespeichert wird. Frauen verlieren während der Menstruation ein Milligramm Eisen/Tag. Eisen wird über die Nahrung bzw. über den Darm aufgenommen (2-4 mg/Tag bei Frauen). Die Resorption wird durch die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C verbessert. Durch einen hohen Kaffee-, Schwarztee- und Soja-Konsum werden die Eisenwerte hingegen verschlechtert. In der Perimenopause tritt Eisenmangel bei 15 Prozent aller Frauen auf. Zum Vergleich: Während der Schwangerschaft sind 30 Prozent aller Frauen von Eisenmangel betroffen.

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Foto: © pixabay.com
Autorin und Redaktion: Katharina Rederer
Quelle
  • Zentrum für Wechseljahre, Inselspital, PD Dr. med. Petra Stute