Sonnenbrillen – mehr als ein Trend

Wer sich im Frühling und Sommer viel draussen bewegt, sollte unbedingt eine Sonnenbrille tragen. Denn UV-Strahlen können die Augen schädigen.

– Die meisten Menschen kümmern sich in den Ferien oder in der Freizeit um einen guten UV-Schutz für die Haut. Die Augen werden dagegen oft vergessen. Das ist problematisch, denn wie die Haut, können auch die Augen bleibende Schäden davontragen. Sie reagieren sehr empfindlich auf Strahlungen ausserhalb des sichtbaren Lichtbereiches, vor allem im Ultraviolettbereich (UV-Bereich).

Schädlich Strahlung

PD Dr. Marcel Menke, Oberarzt an der Universitätsklinik für Augenheilkunde am Inselspital Bern sagt: «Problematisch ist vor allem die UV-A-Strahlung.» Hohe UV-Belastungen können das Auge trocken machen und die Hornhaut schädigen. Zudem begünstigt die Strahlung grauen Star und die Entstehung von degenerativen (durch Verschleiss bedingte) Netzhautveränderungen. «Im Extremfall kann sogar ein plötzlicher Sehverlust eintreten.» Aber auch gewisse Tumore am Auge können Folgen starker UV-Strahlung sein. Auf dem Wasser ist das Auge übrigens besonders gefährdet, da die Wasseroberfläche die Strahlung durch Reflektion verstärkt.

Auf die richtige Brille kommt es an

Die Lösung heisst: Sonnenbrille. Eine Universalsonnenbrille gibt es allerdings nicht. Die Brille fürs Hochgebirge (für Skifahren, Bergsteigen etc.) kann beim Autofahren (im Wald oder im Schatten) unter Umständen sogar gefährlich sein, weil sie die Augen beim Wechsel von der Sonne in den Schattenbereich zu stark abdunkelt. Andererseits kann der plötzliche Übergang von einer schattigen Zone in die volle Sonne regelrecht zum Blindflug werden.

Normalerweise können sich die Pupillen auf unterschiedliche Helligkeiten einstellen. Wird die Umgebung jedoch zu hell, wird das Auge geblendet, die Sicht ist vollkommen beeinträchtigt. Diese Blendung lässt sich mit einem lichtdämpfenden Filter senken, dessen Stärke durch die Tönung der Gläser bestimmt ist, und die muss zur jeweiligen Situation passen. Doch Vorsicht: «Man sollte bei der Farbe der Brillengläser nicht automatisch auf die Intensität des UV-Schutzes schliessen, denn getönte Gläser reduzieren lediglich das für das Auge sichtbare Licht und Blendungen.»

Worauf Sie achten sollten

Die Filterwirkung von Sonnenbrillen ist in fünf Kategorien (0 bis 4) unterteilt. «In der Regel ist eine Sonnenbrille der Kategorie 2 oder 3 ausreichend. In Extremsituationen, wie beispielsweise auf einem Gletscher, empfiehlt sich die Kategorie 4», sagt Augenarut Menke. Eine Sonnenbrille für den Strassenverkehr sollte grundsätzlich nicht zu dunkel sein (Kategorie 1 bis 3), damit die Signalfarben gut zu erkennen sind. Zudem rät der Arzt, «beim Kauf einer Sonnenbrille auf das CE-Kennzeichen an der Innenseite des Bügels zu achten. Denn nur diese Brillen erfüllen die Sicherheitsanforderungen der EU und schützen die Augen optimal.»

Neben der UV-Filterwirkung sind auch die Grösse und Farbe der Gläser entscheidend. Eine kleine runde Brille mag zwar schick aussehen, erfüllt ihre Schutzfunktion aber nur bedingt, da die UV-Strahlung auch von der Seite und vor allem von oben aufs Auge treffen kann. «Ideal sind Gläser, die bis zu den Augenbrauen und seitlich mindestens bis zum Gesichtsrand reichen», sagt der Augenarzt. Eine perfekte Abdeckung vor Strahlung bieten Brillen mit Seitenschutz, die komplett abschliessen. Allerdings schränken sie den seitlichen Sehbereich ein, was gerade beim Skifahren, Klettern und Wandern oder bei bestimmten Wassersportarten ein Sicherheitsrisiko darstellen kann.

Schutz mit Kontaktlinsen?

Wie viele UV-Strahlen eine korrigierte Brille durchlässt, hängt vom Glastyp und von der Beschichtung ab. Es empfiehlt sich daher, die Brillengläser in einem Optikergeschäft individuell prüfen zu lassen. «Träger von Kontaktlinsen sollten in jedem Fall eine Sonnenbrille tragen, da die meisten Kontaktlinsen keinen oder nur wenig UV-Schutz bieten und zudem nur einen kleinen Teil des Auges abdecken», sagt Marcel Menke. «Zudem bieten Kontaktlinsen keinen Blendschutz.»

Umfrage

Wie ernst nehmen Sie es mit dem Sonnenschutz?

Bitte warten...
Autorin: Silvia Stähli
Redaktion: Bettina Epper
Quelle
  • «Drogistenstern»