Impfungen: umstrittene Piekser

Welche Schutzimpfungen bei Kindern wirklich wichtig sind, darüber streitet sich die Fachwelt. Besorgte Eltern sind gefordert, sich bereits vor dem Impftermin über Pro und Contra zu informieren.

Das Thema Impfen wirft bei Eltern und Kindern Fragen auf. Während sich Väter und Mütter über Sinn und Zweck von Impfungen Gedanken machen, kann bei ihren Sprösslingen schon die eine oder andere Träne dem Impftermin vorauseilen.

Ablenkung heisst das Zauberwort

Dr. med. Cornelia Wirz weiss um die Angst vor der Spritze. Darum erklärt sie den Kindern vor dem Impfen nicht, was beim Pieksen genau passiert. Stattdessen fordert die Kinderärztin ihre Patienten dazu auf, zu husten und gleichzeitig auf zehn zu zählen. Kaum haben sich die Kinder mit Eifer ihrer Aufgabe zugewandt, ist der gefürchtete Piekser auch schon vorbei. «Wenn das Gehirn der Kinder mit etwas anderem beschäftigt ist, tut das Impfen kaum weh.» Allerdings gehen nicht alle Impfungen so glatt über die Bühne. Bei sehr ängstlichen Kindern greift die Ärztin zu einem lokalen Anästhetikum. Dabei spürt das Kind nicht einmal den Einstich und es kann künftigen Impfterminen gelassener entgegensehen.

Impfen bei Säuglingen

Anders sieht die Situation bei Säuglingen aus. «Babys nehmen jede Gefühlsregung ihrer Eltern wahr. Kommen diese mit einem mulmigen Gefühl zum Impftermin, reagieren auch Babys eher schlecht aufs Impfen.» Bachblüten, spagyrische Sprays, oder homöopathische Globuli helfen, die Nervosität von Eltern und Kind zu lindern. Lassen Sie sich in der Drogerie beraten, welche Arzneien für Kinder geeignet sind und wie sie dosiert werden.

Impfreaktionen und –risiken

Viele Eltern fürchten sich weniger vor dem flüchtigen Schmerz den das Kind beim Impfen erleidet, als vor allfälligen Reaktionen. Es werden drei Arten unterschieden.

Gemäss Cornelia Wirz sind schwerwiegende Impfreaktionen selten und verschwinden meist innerhalb von ein bis zwei Tagen. Die häufigsten Reaktionen im Überblick.

  • Die Einstichstelle rötet sich, schwillt an und ist druckempfindlich. Gegenmassnahme: Nicht berühren oder herumdrücken. Die Stelle mit einem Coldpack oder Eis aus dem Gefrierfach kühlen (Eis in einen Frotteehandschuh oder Tuch legen, nicht direkt auf die Haut). Bei Bedarf etwas Arnikacreme aufstreichen oder Arnika-Globuli geben.

  • Aufgekratztes, «überdrehtes» Verhalten. Gegenmassnahme: Für eine ruhige Umgebung sorgen. Beruhigungstee, Bachblüten-Tropfen oder homöopathische Globuli geben.

  • Fieber. Gegenmassnahme: Das Fieber beobachten. Meist ist es nicht sehr hoch und muss nicht gesenkt werden. Erst wenn die Temperatur über 39 Grad steigt, fiebersenkende Massnahmen einleiten. Das Kind beruhigen, viel trinken und trösten.

  • Hautausschlag (vor allem nach Masern- und Rötelnimpfung). Gegenmassnahme: Keine. Der Ausschlag ist ein harmloses Zeichen dafür, dass das Immunsystem des Kindes aktiv gegen den Krankheitserreger wird. Der Ausschlag verschwindet innerhalb von ein paar Tagen von alleine.

  • Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der Impftermin bei Kindern, die sich nicht wohl fühlen oder krank sind, verschoben werden. Auch Kinder die an einer Immunschwäche leiden, bedürfen einer besonderen Abklärung. Für sie kommt das Impfen mitunter gar nicht in Frage.

Von Impfkomplikationen spricht man, wenn es zu einer Gehirnentzündung, Gangunsicherheit, Nervenschmerzen oder Krampfanfällen kommt. Die Komplikationen heilen in der Regel folgenlos ab und entstehen durch Zusatzstoffe im Impfstoff.

Bei Impfschäden handelt es sich um bleibende Reaktionen wie epileptische Anfälle, Lähmungen, neuralgische Schäden oder Allergien. Sie entstehen ebenfalls durch Zusatzstoffe wie auch durch die Herstellungsverfahren der Impfstoffe.

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Wann zum Arzt?

Grundsätzlich sollten Eltern lieber einmal zu viel als zu wenig um ärztlichen Rat fragen. Dies gilt insbesondere, wenn nach dem Impfen ungewöhnliche Krankheitszeichen auftauchen sollten. Beispielsweise ein Durchfall oder länger als zwei Tage anhaltendes Fieber. In diesem Fall muss abgeklärt werden, ob sich das Kind unbemerkt eine behandlungsbedürftige Krankheit zugezogen hat.

Auf eine von schätzungsweise einer Million durchgeführten Impfungen für Diphterie-Starrkrampf-Keuchhusten kann es zudem einer Anapylaxie kommen. Dabei handelt es sich um einen allergischen Schock, der unbehandelt zum Tod führen kann. «Die Anaphylaxie ist sehr selten und tritt in der Regel sofort nach der Injektion oder spätestens innerhalb der ersten Stunde auf», sagt Wirz.

Impfen – Pro und Contra

Ist es sinnvoll, das Immunsystem eines zwei Monate alten Säuglings schon mit Krankheiten zu konfrontieren? Bringen Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln auch Vorteile mit sich? Wenn sich selbst Fachleute in diesen Fragen uneinig sind, ist es für Eltern umso schwieriger, den Überblick zu behalten. «Nur wer sich vorurteilslos und gründlich informiert, kann die Möglichkeiten und Grenzen des Impfens angemessen einschätzen», sagt die Kinderärztin. Viele Eltern wollen, dass ihr Nachwuchs alle zehn Schutzimpfungen erhält, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) für Kinder empfiehlt. Andere beschränken sich auf das absolute «Minimalprogramm», also die Polio-, Tetanus- und Diphterie-Impfung. Der Impfplan des BAG wird mit Hilfe einer Expertenkommission (EKIF), die sich aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen zusammensetzt, alljährlich aktualisiert.

Drogisten und Ärzte der «Arbeitsgruppe für differenzierte Impfungen» setzen sich für einen zurückhaltenden Umgang mit Impfungen ein. Die Arbeitsgruppe will Eltern in Bezug auf einige Kinderkrankheiten zu einem individuellen Impfentscheid ermutigen. Dies geschieht unter anderem indem die Immunlage des Kindes vorgängig bestimmt wird. Auch die kritische Impfberatung AEGIS warnt vor immensen Gefahren, die Impfungen mit sich bringen könnten.

Impfbegleitung aus der Drogerie

Für welchen Weg sich Eltern entscheiden, bleibt ihnen überlassen. Die Drogerie hat punkto Impfbegleitung vieles zu bieten. Naturheilkundliche Methoden wie Spagyrik und Homöopathie sorgen dafür, dass allfällige Komplikationen nach Impfungen milder verlaufen oder gar nicht erst aufkommen.

Quelle: «Drogistenstern»
Autoren: Nadja Mühlemann, Jürg Bareiss und Petra Gutmann
Redaktion: Didier Buchmann