Probiotika – kleine starke Helfer

Im menschlichen Körper leben Abertausende Bakterien. Gerät die Bakterienflora in Mund, Darm oder im Vaginalbereich durcheinander, kann das krank machen. Probiotika können helfen.

– Probiotika kennen viele als Zugabe in Joghurt, wo die Mikroorganismen der Verdauung auf die Sprünge helfen sollen. Ob die Mengen an Bakterien, die im Joghurt stecken, wirklich eine Wirkung haben, ist umstritten. Probiotika können aber auch höher dosiert als Arzneimittel eingenommen werden, etwa um die Darm-­ oder Vaginalflora wieder aufzubauen. Ganz neu gibt es Produkte, die im Mund­- und Rachenraum wirken. Anders als Joghurts enthalten probiotische Tabletten oder Pulver aus der Drogerie meistens einige Millionen bis Milliarden an lebensfähigen Bakterien.

Darmflora

Probiotika sind Bakterien, machen aber nicht krank. Im Gegenteil. Evelyne Glückler­Ruckstuhl, Drogistin HF: «In und auf uns Menschen lebt eine Vielzahl von Mikroorganismen, die uns Gutes tun.» Der Darm beispielsweise ist Lebensraum für über 100 Billionen Bakterien. Er beeinflusst viele Vorgänge im Körper wie Ausleitung und Entgiftung, die Psyche, das Immunsystem oder die Nährstoffaufnahme. Gerät in dieser Darmflora etwas durcheinander, kann das üble Folgen wie zum Beispiel Blähungen, unregelmässigen Stuhlgang, Durchfall oder Verstopfung haben. Und das ist schnell passiert: «Falsche Ernährung, Stress, Bewegungsmangel oder auch Medikamente wie Antibiotikatherapien können die Darmflora angreifen.» Um sie wieder aufzubauen, rät die Drogistin zu hochdosierten Probiotika. Auch für Säuglinge und Kleinkinder sind sie geeignet, «hier empfehle ich aber ein eher tiefdosiertes Bakterienpräparat oder eine homöopathische Zubereitung zur Darmregulierung, kombiniert mit einem spagyrischen Spray zur Linderung der Beschwerden und Unterstützung der körpereigenen Abwehr». Am besten lassen Sie sich in Ihrer Drogerie beraten.

Vaginalflora

Auch die Scheiden-­ oder Vaginalflora setzt sich aus Hunderten Bakterien und Pilzen zusammen. Krankheitserreger haben auch hier leichtes Spiel, wenn die Flora im Ungleichgewicht ist. Drogistin Glückler­Ruckstuhl: «Spezielle Produkte für die Vaginalflora pflegen das natürliche, leicht saure Milieu und stärken die Schleimhautabwehr bei wiederkehrenden Pilzinfektionen und Blasenentzündungen.» Zusätzlich rät sie dazu, das Immunsystem mit passenden Vitaminpräparaten, spagyrischen Essenzen, Pflanzentropfen und einem Probiotikum für den Darm zu unterstützen.

Mundflora

Die neusten probiotischen Präparate beinhalten Bakterien für den Mund­ und Rachenraum, welche die Anfälligkeit auf Mittelohrentzündungen, Angina, Aphthen, Stirn­- und Kieferhöhlenbeschwerden sowie andere Beschwerden im Mund reduzieren. Diese guten Bakterien gewinnen überhand und «verdrängen» die krank machenden. Solche Produkte werden abends nach dem Zähneputzen gelutscht und sind vor allem auch für Kinder geeignet. Sie können hilfreich sein bei chronischen oder wiederkehrenden Problemen im Hals-­, Nasen-­ und Ohrenbereich.

Für Darm­, Vaginal­ und Mundflora gilt, sich am besten in der Drogerie beraten zu lassen. Glückler­Ruckstuhl: «Oft gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, ein Problem anzugehen und es ganzheitlich zu lösen.»

Quelle: «Drogistenstern»
Autorin und Redaktion: Bettina Epper