Heilsam: Weihrauch und Myrrhe

Weihrauch und Myrrhe sind wegen ihrer heilenden Wirkung und schützenden Kraft seit langer Zeit geschätzt. Beide sind eng mit dem Christentum verbunden, die Heiligen Drei Könige brachten sie als Geschenk mit nach Bethlehem.

Jeweils am 6. Januar feiern die Christen den Dreikönigstag. Die drei «Weisen aus dem Morgenland», haben dem Jesuskind Geschenke gebracht. Nachzulesen ist die Geschichte in der Bibel, im Matthäus-Evangelium: «Und als sie in das Haus gekommen waren, sahen sie das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und sie fielen nieder und huldigten ihm; und sie taten ihre Schätze auf und opferten ihm Gaben: Gold und Weihrauch und Myrrhe.» Wertvolle Geschenke – und heilsame. Weihrauch und Myrrhe werden schon sehr lange in der Heilkunde verwendet. Seit Jahrhunderten bekannt ist etwa der Brauch, Weihrauch- und Myrrheharz in Räucherritualen zu verbrennen. Dank seines keimabtötenden Effekts war das Räuchern einst weit verbreitet, um nach Geburten, bei Krankheit oder Tod die Räume zu reinigen. Noch heute spielt es in der katholischen Kirche eine wichtige Rolle.

Weihrauch

Doch nicht nur beim Verbrennen wirkt Weihrauch, das Gummiharz des Baumes Boswellia, wohltuend. Schon seit über 2000 Jahren ist Weihrauch als Heilmittel bekannt. In Ägypten war Weihrauch zum Kauen (quasi der Vorfahre des Kaugummis) für frischen Atem beliebt, in China behandelten Ärzte Lepra mit Weihrauch.

Auch heute noch hat das Harz seinen Platz unter den natürlichen Heilmitteln. Weihrauch wirkt beruhigend und lindert Schmerzen sowie Entzündungen, etwa bei Rheuma oder Morbus Crohn. Neue Studien zeigen, dass der Wirkstoff auch bei entzündlichen Darmerkrankungen, Bauchkrämpfen und Durchfall lindernd sein kann und bei Nesselsucht, Schuppenflechten, Asthma oder Hepatitis hilfreich ist.

Forscher der Friedrich-Schiller-Universität im deutschen Jena haben die entzündungshemmenden Substanzen im Weihrauch kürzlich nachgewiesen. Allerdings ist die Wirkung des Harzes noch wenig erforscht. In der Schweiz gibt es Weihrauch als ayurvedische Tabletten im Kanton Appenzell-Ausserrhoden im Handel. Das Harz als Gel oder Salbe zur äusseren Anwendung darf überall verkauft werden. Eine Massage mit einer Salbe aus Weihrauch und Kiefernnadelöl hilft beispielsweise gegen Gelenkschmerzen oder auch gegen wachstumsbedingte Schmerzen. Empfehlenswert, um erstarrte Gelenke zu lockern, ist ein Bad mit dem Zusatz von Weihrauch. Bleiben Sie 10 bis 20 Minuten im Wasser und reiben Sie nach dem Bad die schmerzende Stelle mit einer durchblutungsfördernden Salbe ein. Ruhen Sie danach 30 Minuten. Badezusätze und Salben finden Sie in Ihrer Drogerie.

Myrrhe

Die Myrrhe kommt in Eritrea, Abessinien, Somalia, im Jemen und im Sudan vor. Der Name kommt vom bitteren Geschmack der Pflanze: bitter heisst auf arabisch «murr», auf assyrisch-babylonisch «murru» und auf somalisch «momol». Das Harz und das ätherische Öl der Myrrhe gelten schon seit Jahrhunderten als wichtige Heilpflanze. Sie wirken desinfizierend, blutstillend und fiebersenkend. Gegen Zahnfleischentzündungen kam Myrrhe schon vor 5000 Jahren zum Einsatz. In Asien wurde das Harz auch gegen Hautinfektionen verwendet und im Mittelalter war sie als Pestarznei in Gebrauch. Myrrhe wirkt gegen alte und schlecht heilende Wunden und chronische Entzündungen und es löst Narben und Verhärtungen auf.

Heute ist Myrrhe wegen ihrer desinfizierenden Wirkung vor allem als Tinktur auf dem Markt. Es wird zur äusserlichen Anwendung gegen Entzündungen im Mund und Rachen empfohlen. Beliebt sind Mundspülungen oder Einreibungen mit Myrrhe bei Zahnfleischbluten. Entsprechende Produkte finden Sie in Ihrer Drogerie. Auch in vielen Zahnpasten ist übrigens Myrrhe enthalten.

Quellen: Drogistenstern / Stephanie Wenzel, Wolfgang Funke, «Das Kräuterjahr. Gesund und schön mit der Kraft der Natur», Wilhelm Heyne Verlag, 2005 / Margret Madejsky, «Lexikon der Frauenkräuter. Inhaltsstoffe, Wirkungen, Signaturen und Anwendungen», AT-Verlag, 2008 / Peter Oppliger, «Naturheilkunde. Geheimnisse der natürlichen Heilkräfte, ihre Wirkungsweisen und Anwendungen», AT-Verlag, 2002 / Universität Jena / avogel.ch / «Die Bibel»
Foto: © Florentine / pixelio.de

Autorin und Redaktion: Bettina Epper