Muskelkrämpfe – kurz aber heftig

Muskelkrämpfe können Sportler zur Aufgabe zwingen oder Schlafende unsanft aus ihren Träumen reissen. Mit genügend Bewegung und richtiger Ernährung sind Sie sie aber bald los.

– Jede dritte Person leidet ab und an an Muskelkrämpfen. Hauptmerkmale sind ein urplötzlich auftretender Schmerz, starke Anspannung und eine tastbare Verhärtung des Muskels. Urs Fink, diplomierter Drogist HF: «Derlei Krämpfe treten bevorzugt im Bereich der unteren Extremitäten wie den Muskeln des Fussgewölbes auf. Am weitaus häufigsten jedoch sorgt ein Wadenkrampf im Bett für schmerzvolle Momente.»

Schnelle Hilfe

Am effektivsten können Sie akute Schmerzen durch Dehnen des betroffenen Muskels lindern. Ziehen Sie die Fussspitze gegen den Körper oder stehen Sie auf und drücken sie den Fuss kraftvoll gegen eine Wand. Eine heiss-kalter Beinguss oder eine sanfte Massage mit durchblutungsfördernden Emulsionen bringt anschliessend eine wohltuende Entspannung.

Ursachen

Körperliche Anstrengung und ein Ungleichgewicht im Flüssigkeits- oder Mineralstoffhaushalt gehören zu den wichtigsten Faktoren, die Muskelkrämpfe auslösen. Wer stark schwitzt, scheidet nicht nur Wasser sondern auch Kalium, Kalzium und Magnesium aus. Fehlen dem Körper diese Elektrolyte, sind die Muskelnerven leichter erregbar und das Krampfrisiko steigt. Mangelzustände werden zudem auch durch Schwangerschaft, Dauerstress, falsche Ernährung oder Langzeiteinnahme von Medikamenten hervorgerufen.

Muskelkrämpfe können jedoch auch auf ein beginnendes Venenleiden hinweisen. Anzeichen dafür sind: Die Waden fühlen sich kalt an und die Haut ist auffallend blass. Auf der Innenseite des Beines machen sich entlang der Venenbahnen zusätzlich ziehende Schmerzen bemerkbar. Kompressionsstrümpfe wirken durchblutungsfördernd und schmerzstillend. Dennoch sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen, um eine Venenthrombose auszuschliessen.

Manchmal kann der Zeitpunkt, wenn die Krämpfe auftreten, Aufschluss über den entsprechenden Mineralstoffmangel geben. Besprechen Sie mit Ihrer Drogistin oder ihrem Drogisten, ob allenfalls die Einnahme einer Nahrungsmittelergänzung sinnvoll wäre.

So können Sie vorbeugen

Ausreichende Bewegung und eine gesunde Ernährung sind die besten Mittel, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Achten Sie darauf, dass Sie täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit trinken sowie kalzium- und magnesiumreiche Nahrung zu sich nehmen. Viel Magnesium ist zum Beispiel in Vollkornprodukten, Nüssen, Trockenfrüchten und einigen Mineralwässern enthalten.

Innerlich
  • Arzneimittel auf pflanzlicher oder homöopathischer Basis, zum Beispiel Frischpflanzentropfen aus Rosskastanie (venenstärkend), Pestwurz (krampflösend), Ginkgo (durchblutungsfördernd) und Schafgarbe (kreislaufregulierend).

  • Schüssler Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) wirkt bei Krämpfen, Schmerzen und fördert den Stoffwechsel.

Äusserlich
  • Verzichten Sie auf Schuhe mit hohen Absätzen, wenn Sie häufig unter Muskelkrämpfen leiden.

  • Lagern Sie im Bett die Beine hoch.

  • Machen Sie regelmässig Dehnungsübungen. Beispiel: Beugen Sie mehrmals täglich im Stand den Körper nach vorne und versuchen Sie dabei die Fersen auf dem Boden zu lassen.

Autorinnen: Claudia Goetz und Menta Scheiwiler
Redaktion: Didier Buchmann
Quelle
  • «Drogistenstern»