Mangelware Vitamin D

Kann man sich über eine gesunde Ernährung auch in der kalten Jahreshälfte ausreichend mit Vitaminen versorgen? Ohne zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen?

– Im Winter, wenn die Sonne selten scheint, leiden viele Menschen unter Vitamin-D-Mangel, da der Körper es ohne UV-Licht nicht bekommen kann. Trotzdem können Sie auch im Winter genügend Vitamin D über die normale Ernärhung aufnehmen. Steffi Schlüchter, Ernährungsberaterin und Leiterin Nutrinfo bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE: «Aber die Vitamin-D-Zufuhr kann in den Wintermonaten kritisch werden, weil wir uns weniger im Freien bewegen und weniger Sonnenlicht ausgesetzt sind.» Das Vitamin D ist vor allem für die Knochendichte und die Zahnbildung wichtig. Anders als bei anderen Vitaminen braucht der Körper beim Vitamin D ausreichend UV-Licht, um es nutzen zu können.

Vitamin D in der Nahrung

Der Vitamin-D-Gehalt verschiedener Lebensmittel in Mikrogramm pro 100 Gramm:

  • Felche 22,1

  • Sardelle in Öl, abgetropft 14

  • Sardine 11

  • Rollmops 11

  • Wildlachs 10

  • Margarine 7,5

  • Lammragout 6,1

  • Hühnerei 6

  • Avocado 5

  • Kalbskotelett 5

  • Ovomaltinepulver 5

  • Pouletschenkel 1,5

  • Rahmglace, Schokolade 0,7

Als Tagesdosis wird empfohlen: Für Säuglinge und Erwachsene ab 65 Jahren: 10 Mikrogramm. Für Erwachsene bis 65 Jahre 5 Mikrogramm.

Stephan Vögeli, dipl. Drogist HF: «Vitamin D wurde lange stark unterschätzt.» Man habe in neueren Studien herausgefunden, dass Erkältungen im Winter häufig eher mit einem Vitamin-D-Mangel als mit einem Vitamin-C-Mangel zu tun hätten. Vögeli empfiehlt, im Winter Lebertran einzunehmen, weil er die natürliche und nicht synthetische Form von Vitamin D enthält. Wichtig sei, dass man Lebertran, den es längst in Kapselform gibt, kurmässig einnehme. Sein Rezept, um gesund durch den Winter zu kommen: «Gesunde Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und die Einnahme eines Vitamin-D-Präparates. So ist man in der Regel gut versorgt.» Ein Vitamin-B-Mangel im Winter sei heutzutage für Nichtvegetarier eher ein Mythos, und selbst der viel beschworene Vitamin-C-Mangel sei enorm selten geworden.

Trotz der Möglichkeit zusätzlich Vitamin-Präparate zu sich zu nehmen, sollte man in erster Linie darauf achten, dass man natürliche Vitaminspender richtig lagert und schonend zubereitet.

Überdosierung kaum möglich

Immer wieder wird in Zusammenhang mit Vitaminen auch von Überversorgung, ja sogar Vergiftung gesprochen. Drogist Vögeli: «Eine Überdosierung ist höchstens beim Vitamin A ein Problem, auch wenn dies ganz selten vorkommt. Grundsätzlich ist eine Vitamin-Überversorgung, in der Fachsprache Hypervitaminose genannt, bei den Vitaminen A, D, E und K möglich.» Eine Hypervitaminose mit dem Vitamin D ist nur möglich, wenn man zu viele Vitamin-D-Präparate einnimmt, niemals aber über die Nahrung. Die Symptome einer Hypervitaminose mit dem Vitamin A hingegen sind heftig. Sie reichen von Erbrechen, Durchfall über Kopfschmerzen bis hin zu Osteoporose, Leber- und Milzvergrösserung, erhöhtem Hirndruck sowie schmerzhaften Wucherungen der Knochenhaut.

Trotzdem: Eine Überversorgung mit Vitamin A ist ein äusserst seltenes Problem. «Am ehesten kommt sie bei schwangeren Frauen vor. Denn bei ihnen liegt die Toleranzgrenze viel tiefer als bei Nichtschwangeren», sagt Vögeli. Die Gefährdung eines Ungeborenen durch eine Hypervitaminose kann auftreten, wenn die Frau die Schwangerschaft noch gar nicht festgestellt hat und gleichzeitig eine Vitamin-A-Therapie gegen starke Akne macht. Deshalb müssen Frauen vor dem Beginn einer solchen Aknetherapie schriftlich bestätigen, dass keine Schwangerschaft besteht oder geplant ist.

Quelle: «Drogistenstern»
Autorin: Ann Kugler
Redaktion: Katharina Rederer