Das Geheimnis der grauen Zellen

Beim Denken ist wie Gehen oder Atmen – wir tun es einfach. Motor, Koordinator und Impulsgeber ist unser Gehirn. Und es leistet Unglaubliches.

– Im Lauf eines Lebens muss das Gedächtnis vieles verarbeiten. Dazu braucht es Unterstützung. An erster Stelle dabei steht eine gesunde Lebensweise. So helfen Sie dem Gedächtnis bei der Verarbeitung der Informations- und Datenflut.

Was denkt denn da?

Das menschliche Gehirn zählt in etwa 100 Milliarden Nervenzellen, den Neuronen. Die Neuronendichte verändert sich im Alter kaum. Achtzigjährige haben noch in etwa gleich viele Nervenzellen wie Jugendliche. Geistige Leistung entsteht nicht mit der Anzahl von Neuronen, sondern aus Verbindungen zwischen ihnen, den Synapsen. Jedes Neuron kann 10'000 bis 20'000 Verbindungen zu anderen herstellen. Wollte man die Synapsen in einem Gehirn zählen und zählte man pro Sekunde eine Synapse, bräuchte man dazu 32 Millionen Jahre.

Was dem Gehirn nützt und schadet

  • Eisenmangel Vor allem bei jungen Frauen kann Eisenmangel die Leistung des Gedächtnisses beeinträchtigen. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Sie haben auch bewiesen, dass eine zusätzliche Versorgung mit Eisen diesem Effekt entgegenwirken kann.

  • Ginkgo Heilmittel aus Ginkgo fördern die Durchblutung. In China werden sie seit dem 11. Jahrhundert aus Ginkgorinde, -blättern und -früchten gewonnen. Heute ist jedes dritte gegen Durchblutungsstörungen verschriebene Medikament ein Ginkgo-Präparat.

  • Essenzielle Aminosäuren Aminosäuren sind wichtig für die Stoffwechselabläufe im Gehirn. Enthalten sind sie unter anderem in Eiern, Kartoffeln und Fleisch. Eine ausgewogene Ernährung reicht aus, um den Bedarf an essenziellen Aminosäuren zu decken.

  • Folsäure Wer regelmässig Folsäure zu sich nimmt, hilft seinem Gedächtnis auf die Sprünge. Dies stellten niederländische Forscher während einer dreijährigen Untersuchung an mehr als 800 älteren Personen fest.

  • Bewegung Regelmässige Bewegung belebt Körper und Geist. Versuchen Sie, täglich mindestens eine halbe Stunde Sport zu treiben. Am besten setzen Sie auf gelenkschonende Sportarten wie Walking/Nordic Walking, Velo fahren, Langlauf, Wandern, Schwimmen, Aqua fit, Tai Chi Chuan oder Krafttraining.

Weg mit dem Glimmstängel

Eine Untersuchung an 763 Rauchern und Nichtrauchern zeigt: Das Langzeitgedächtnis leidet unter regelmässigem Nikotinkonsum . Tun Sie heute den ersten Schritt und hören Sie auf zu rauchen.

Kaugummi macht schlau

Nicht nur gute Ernährung und ausreichend Sport können dem Gedächtnis den nötigen Kick geben, sondern auch der Traum vieler Schüler: amtlich bewilligtes Kaugummikauen. Hirnforscher sind überzeugt , dass Kaugummikauen die Gedächtnisleistung fördert. 2002 veröffentlichte ein englisches Forscherteam der Universität Northumbria eine Studie zu diesem Thema. Sie baten ihre Probanden, während eines Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests entweder Kaugummi zu kauen, die Kaubewegungen zu simulieren oder den Kiefer nicht zu bewegen. Das Resultat: Die Kaugummi kauende Gruppe hatte ein bis zu 35 Prozent besseres Erinnerungsvermögen.

Auch viele Produkte im Bereich der Nahrungsmittelergänzungen wirken sich positiv auf Gedächtnis und Konzentration aus. Lassen Sie sich von Ihrem Drogisten oder Ihrer Drogistin beraten.

Autoren: Katharina Rederer und Didier Buchmann
Redaktion: Didier Buchmann, Franziska Linder, Bettina Epper
Quellen
  • «Drogistenstern»

  • Schweizerische Hirnliga

  • Schweizerischer Verband für Gedächtnistraining