Ernährung im 1. Lebensjahr

Muttermilch, Babybrei, feste Nahrung: Dies sind die Etappen der Kleinkinder-Ernährung. Speziell in den ersten zwölf Monaten ist bei gewissen Lebensmitteln Vorsicht geboten.

Babys in den ersten Lebensjahren halten ihre Eltern «ernährungstechnisch» ganz schön auf Trab. Kaum klappt das mit dem Stillen ist schon Zeit für den ersten Babybrei und feste Nahrung lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Eines vorweg: Ihr Kind ist ein ausgesprochener Gourmet! Seine Geruchs- und Geschmacksnerven sind so unverbraucht und sensibel, dass jedes neu eingeführte Lebensmittel ein besonderes Geschmackserlebnis darstellt. Das heisst, sein Menüplan sollte nicht mit zu viel Neuem und Extravaganten auf einmal ergänzt werden.

Von der Milch zur Beikost

In den ersten fünf bis sechs Monaten ernähren sich Säuglinge ausschliesslich von Milch, entweder von Muttermilch oder industriell produzierter Säuglingsmilch. Bald reicht Milch alleine aber nicht mehr aus. Praktisch, dass zeitgleich das Verdauungs- und Nierensystem soweit entwickelt sind, dass dem Kind abwechslungsreichere Nahrung in Form von Beikost gegeben werden kann. Mit dem Begriff «Beikost» sind in erster Linie Breie aus Früchten und nicht blähenden Gemüsen gemeint. Ein Babybrei kann selbst hergestellt oder in Form eines Fertigproduktes für Säuglinge gekauft werden.

Umfrage

Wie füttern Sie Ihr Baby?

Bitte warten...

Kein Salz in der Suppe

Babynahrung sollte man salzlos zubereiten. Denn Salz belastet die Nieren und entzieht den Kleinen zu viel Wasser. Auch Produkte mit Nitritpökelsalz wie Fleisch und Wurstwaren haben auf der Speisekarte für Babys nichts zu suchen.

Scharfe Gewürze wie Pfeffer, Paprika, Curry tun Babys nicht gut. Bereits in geringen Mengen können diese Allergien auslösen. Das gilt ebenso für Würzmischungen, die mit Geschmacksverstärkern versehen sind. Erlaubt sind hingegen frische, klein gehackte Küchenkräuter. Dazu zählen Petersilie, Dill oder Basilikum.

Vorsicht Zucker

Achten Sie bei der Wahl der Getränke darauf, dass diese so wenig Zucker wie möglich enthalten. Auch frisch gepresste oder naturbelassene Säfte enthalten Zucker und können die Zähne selbst dann schädigen, wenn sie noch nicht zu sehen sind. Der Zucker in industriell verarbeiteten Säften versteckt sich oft hinter Bezeichnungen wie Saccharose (=Haushaltszucker), Maltodetxrin, Glukosesirup, Fructose oder Apfeldicksaft. Geben Sie Ihrem Kind am besten Wasser oder ungesüssten Fenchel- oder Kräutertee zu trinken.

Kein Honig im ersten Lebensjahr

Verzichten Sie während des ersten Lebensjahrs darauf, Ihr Kind mit Honig zu füttern. Es sind Fälle bekannt, in denen Kinder nach dem Genuss von Honig an einer bakteriellen Lebensmittelvergiftung, dem so genannten Botulismus, erkrankten. Auslöser waren im Honig vorhandene Sporen. Erst bei älteren Kindern und Erwachsenen ist der Verdauungstrakt so ausgereift, dass die Sporen keine Erkrankungen mehr auslösen.

Weitere Lebensmittel bei denen speziell im ersten Lebensjahr Vorsicht geboten ist:

Hühnereier

Wird ein Eigelb in den Brei gerührt, muss dieser nochmals kräftig durchgekocht werden. Andernfalls besteht die Gefahr einer Salmonelleninfektion. Idealerweise sollten Eier stets frisch und nur vollständig gegart verwendet werden.

Kuhmilch

Im ersten Lebensjahr sollte auf die Gabe von Kuhmilch speziell dann verzichtet werden, wenn ein Risiko auf Milchunverträglichkeit besteht. Dies ist dann der Fall, wenn schon jemand in der Familie darunter leidet. Hier können antigenreduzierte Nahrungen, auch als hypoallergen (HA)-Nahrungen bezeichnet, Sinn machen. Diese sollten jedoch erst nach Absprache mit der Kinderärztin gegeben werden.

Nüsse

Um die Gefahr des Verschluckens zu minimieren, sollten Nüsse im 1. Lebensjahr auf keinen Fall auf dem Speisplan stehen.

Quark

Der hohe Eiweissgehalt von Quark kann den kindlichen Organismus zu stark belasten. Besser setzt man auf Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz.

Quellen: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, sge / Marianne Botta Diener: «Kinderernährung gesund und praktisch», Beobachter-Verlag, 2008 / Marietta Cronjaeger: «Das BreikochBuch», Kösel-Verlag, 2006 / Remo H. Largo: «Babyjahre», Piper-Verlag, 2008

Autor und Redaktion: Didier Buchmann