Verhütung

Die lange Geschichte des «Verhüterlis»

Bereits im 16. Jahrhundert wurden Kondome zur Empfängnisverhütung und zum Schutz vor Krankheiten eingesetzt. Bloss: Diese ersten Präservative bestanden aus gewebtem Stoff.

Kondom aus Tierdarm mit Seidenbändern und lateinischer Gebrauchsanweisung von 1813.

Kondom aus Tierdarm mit Seidenbändern und lateinischer Gebrauchsanweisung von 1813.

Später wurden Kondome auch aus Schafsdärmen und anderen tierischen Membranen, wie beispielsweise aus der Fischblase, gefertigt. 1839 machte der amerikanische Chemiker und Erfinder Charles Goodyear eine bahnbrechende Erfindung: die Vulkanisierung von Kautschuk. Damit war es möglich, Gummi herzustellen, das wasserfest, wärme- und kälteresistent sowie bruchstabil war. 1855 stellte er das erste Gummi-Kondom her, das 1870 mit zwei Millimeter Dicke und vernäht serienmässig produziert wurde.

Mit der Erfindung der Pille Mitte des 20. Jahrhunderts, geriet das Präservativ vorübergehend in Vergessenheit. Erst in den 1980er Jahren, als das HI-Virus sich rasant zu verbreiten begann und immer mehr Menschen an Aids erkrankten, erlebte das Präservativ – diesmal weniger als Verhütungs- denn als Schutzmittel - ein Comeback. Seither werden Kondome in den verschiedensten Grössen, Sorten und Farben produziert, das Material ist gleichzeitig feiner und doch robuster geworden. Als einziges Verhütungsmittel für den Mann, schützt das Kondom nicht nur zuverlässig vor unerwünschten Schwangerschaften, sondern auch vor dem HI-Virus sowie anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Quelle: «Drogistenstern»
Autorin: Marie-Noëlle Hofmann
Redaktion: Franziska Linder
Übersetzung: Christa Friedli

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