Schwangerschaft

Nährstoffe für Schwangere

Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung in der Schwangerschaft unterstützt den Organismus der werdenden Mutter und verschafft dem Kind einen guten Start ins Leben.

Das Baby isst mit: Je gesünder sich die Schwangere ernährt, umso besser fürs Kind.

Das Baby isst mit: Je gesünder sich die Schwangere ernährt, umso besser fürs Kind.

Eiweiss

Der Aufbau des kindlichen Organismus benötigt viel Eiweiss (Protein). Als Richtlinie werden etwa 60 Gramm Eiweiss pro Tag empfohlen. Dieser Bedarf wird in der Regel (ausser bei Veganerinnen!) problemlos gedeckt. Wichtig ist, verschiedene Eiweissquellen zu berücksichtigen, damit auch sämtliche essenziellen Aminosäuren aufgenommen werden.

Vorkommen: Fleisch, Fisch, Eier, Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen oder Bohnen.

Vitamine der B-Gruppe

Zum Vitamin-B-Komplex gehören verschiedene Vitamine wie B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), Folsäure, B5 (Panthenolsäure), B6 und B12. Diese erfüllen vielfältige Aufgaben im Stoffwechsel, sind an der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt, unterstützen die Entwicklung und Funktionsweise des Nervensystems. Für Schwangere besonders wichtig ist dabei die Folsäure, damit sich Gehirn und Rückenmark des Babys richtig entwickeln können.

Vorkommen: Hülsenfrüchte, Eier, grünes Blattgemüse, Avocados, Bananen, Rosinen, Milchprodukte.

Eisen

Für die Blutbildung und die Muskulatur ist Eisen unverzichtbar. Der Bedarf erhöht sich in der Schwangerschaft auf das Doppelte. Trotz einer sorgfältigen Ernährung und obwohl der Körper während der Schwangerschaft mehr Eisen aufnehmen kann, reicht es häufig nicht, den erhöhten Eisenbedarf zu decken. Wichtig ist es, wenn möglich schon vor der Schwangerschaft auf eine gute Eisenzufuhr zu achten. Eisenmangel führt zu Blutarmut, die in der Schwangerschaft unter anderem Wehenschwäche oder Infektanfälligkeiten nach sich ziehen kann.

Vorkommen: Mageres Fleisch, Geflügel, Thunfisch, Eigelb, Haferflocken, Spinat, getrocknete Aprikosen.

Jod

Zum Herstellen der Schilddrüsenhormone, die einen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns haben, benötigt der Körper Jod.

Vorkommen: Fisch, Algen, jodiertes Speisesalz.

Kalzium

Kalzium wird eigentlich die ganze Schwangerschaft hindurch benötigt. Im zweiten Trimester ist es jedoch für die Knochenentwicklung des Babys besonders wichtig. Ausserdem reguliert es den Blutdruck der Mutter und senkt das Fehlgeburtsrisiko. Damit das Kalzium aus der Nahrung vom Körper optimal aufgenommen werden kann, ist die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C, D sowie Phosphor nötig.

Vorkommen: Milch, Milchprodukte, Spinat, Broccoli, Mineralwasser, Kohlrabi, Fenchel.

Phosphor

Nach Kalzium ist Phosphor der zweithäufigste Mineralstoff im Körper. Phosphor ist für die Entwicklung des Babys und einen guten Schwangerschaftsverlauf, sowie für das Zellwachstum, die Muskeln und die Knochen wichtig. Phosophor-Mangelzustände sind eher selten, weil es in praktisch allen Nahrungsmitteln vorkommt.

Vorkommen: Fisch, Geflügel, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Nüsse, Vollkorn.

Magnesium

Magnesium wird für den Knochenaufbau, die Zähne, die Muskulatur sowie wichtige Stoffwechselprozesse benötigt. Ein Mangel kann nicht nur Waden- und Bauchkrämpfe, sondern sogar zu Fehlgeburten und frühzeitigen Wehen führen. Zudem kann ein Magnesiummangel Auswirkungen auf das Geburtsgewicht des Babys haben.

Vorkommen: Grünes Blattgemüse, Mandeln, Erdnüsse, Hülsenfrüchte, Bananen, getrocknete Aprikosen und Feigen.

Essenzielle Fettsäuren

Essenzielle Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Augen. Sie können vom Körper nicht selbst gebildet werden und müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Besonders bei Frauen, die zum zweiten oder dritten Mal schwanger sind, ist der Spiegel an Omega-3-Fettsäuren meist sehr niedrig, da bei uns generell relativ wenig Nahrungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren gegessen werden.

Vorkommen: Meeresfrüchte, fetter Fisch wie Lachs oder Hering, Algen, Walnüsse, Leinsamen, Avocado.

Zink

Zink wird für die Verstoffwechselung von Eiweiss, essenziellen Fettsäuren und für die Zellentwicklung benötigt. Ausserdem ist es an Enzymreaktionen beteiligt, die für das Wachstum von Bedeutung sind. Ein tiefer Zinkspiegel während der Schwangerschaft kann deshalb dafür verantwortlich sein, dass das Baby nicht gut wächst und später möglicherweise Lernschwierigkeiten entwickelt.

Vorkommen: Meeresfrüchte, mageres Fleisch, Huhn, Eier, Linsen, Champignons, Hafer.

Quelle: «Drogistenstern»
Autorin: Flavia Kunz
Redaktion: Nadja Mühlemann
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