Übrigens: Wer sich nach der Sauna vor der kalten Abkühlung drückt oder nur lauwarm duscht, bringt sich um den eigentlichen Sauna-Effekt!
Beim Saunieren verliert der Körper über die Hautporen jeweils bis zu zwei Liter Flüssigkeit. Diese muss so rasch wie möglich wieder ersetzt werden. Auch hier setzt man am besten wieder auf stilles Mineralwasser, Kräutertee oder verdünnte Fruchtsäfte.
Sieben «Sauna-Sünden»
In unseren Breitengraden ist es aus hygienischen Gründen unüblich, die Sauna in Badebekleidung und/oder -sandalen zu betreten. Stattdessen bedeckt man sich mit einem Handtuch um Hüfte und Brust.
Eine öffentliche Sauna ist keine «Kontaktbörse» – anzügliche Bemerkungen, Körperkontakt mit dem Nachbarn oder Anstarren sind verpönt und können zu einem Hausverbot führen.
Achten Sie darauf, dass Ihr Handtuch gross genug ist und kein Schweiss aufs Holz tropft. Ein finnisches Sprichwort sagt: «In der Sauna soll man sich benehmen wie in der Kirche.» Laute Gespräche sind also fehl am Platz!
Verzichten Sie vor einem Saunabesuch auf intensiven Knoblauchgenuss. In vielen «Schwitzstuben» wird während eines Saunaganges ein so genannter Aufguss gemacht. Dabei wird Wasser auf die heissen Steine gegossen, was zu einer weiteren Erhöhung der Luftfeuchtigkeit führt. Während eines Aufgusses sollten Sie die Sauna nicht verlassen – es sei denn, Ihnen ist plötzlich unwohl.
Das Handy hat in der Sauna wie auch im Ruheraum nichts verloren.
Schwitzen à la carte
Wem es in der klassischen finnischen Sauna zu heiss ist, hat in vielen Wellness-Tempeln die Möglichkeit, auf mildere Saunaarten auszuweichen. Durch die geringere Hitze ist zwar eine längere Aufenthaltszeit möglich, dafür jedoch die Wirkung auf den Körper und Nervensystem geringer.
Biosauna: Sie gilt als «Lightversion» des finnischen Klassikers. Die Raumtemperatur wird auf milde 55 Grad und die Luftfeuchtigkeit auf bis zu sechzig Prozent gehalten.
Warmschwitzbad: Wie bei der klassischen Sauna ist die Luft sehr trocken. Sie wird über eine Heisswasser-Heizschlange zugeführt und beträgt nur etwa dreissig bis fünfzig Grad. Der Übergang von Heiss zu Kalt ist langsamer und besser verträglich.
Infrarot- / Trockensauna: Temperatur und Luftfeuchtigkeit weisen die gleichen Werte auf wie jene in der Biosauna. Die Körpererwärmung erfolgt statt über die Raumtemperatur jedoch direkt über die unschädlichen Infrarotstrahlen.
Banja: Bei diesem russischen Dampfbad sowie beim römisch-irischen Bad ist die Luft sehr feucht und die Wärme beträgt lediglich etwa 45 Grad.
Trotz Mens in die Sauna?
Aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen, sich auch während der Menstruation ein Saunabad zu gönnen. Ebenso sind Dampf- und Schlammbad, Wickel und Massagen während der Periode uneingeschränkt erlaubt. Vielen Frauen hilft das Saunieren gegen krampfartige Menstruationsbeschwerden. Allerdings kann die Hitze in der Sauna zu stärkeren Blutungen führen. Benutzen Sie aus diesem Grund einen grösseren Tampon. Da der Kreislauf während der Periode bei vielen Frauen etwas labiler ist, empfiehlt es sich, die Sauna etwas früher als sonst zu verlassen. Da der Genitalbereich in diesen Tagen anfälliger auf Infektionen ist, sollten Sie sich nie ohne Handtuch auf die Saunabank setzen.
Wer die Sauna meiden sollte
Grundsätzlich gilt: Wer so krank ist, dass er Bettruhe benötigt, darf nicht in die Sauna. Menschen mit Grippe, Fieber oder schwerwiegenderen Krankheiten sollten die Sauna unbedingt meiden. Für Übergewichtige empfiehlt sich vor dem Saunieren eine ärztliche Überprüfung der Blutdruckwerte. Wer stark ausgeprägte Äderchen im Gesicht hat (Couperose) oder an Krampfadern im fortgeschrittenen Stadium leidet, sollte von einem Saunagang absehen. Bei weniger starken Krampfadern ist es ratsam, in der Wärme die Beine hochzulagern, während der Abkühlphase viel zu bewegen und kalt abzugiessen.
Autoren: Nathalie-Pascale Aliesch, Didier Buchmann
Redaktion: Didier Buchmann
