Sport
Sportliche Glückseligkeit
Es liegt in unserem Naturell, dass wir immer neue Herausforderungen suchen. Was die sportlichen Ziele betrifft, zählt nebst Leistung vor allem eines: Spass an der Bewegung.
Der Trend zur Spitzenleistung boomt. Noch nie war der kollektive Wunsch nach totaler physischer und psychischer Verausgabung so gross wie heute. Dies zeigt sich am Beispiel des Berner Frauenlaufs. Bei dessen Erstauflage 1987 nahmen rund 2200 Frauen und Mädchen teil. Mittlerweile spurten rund 14 000 begeisterte Läuferinnen über die Zielgerade. Einer der Gründe für dieses Phänomen sehen Sportpsychologen in der Tatsache, dass es westlichen Wohlstandsbürgern einfach zu gut geht. Falls Sie sich jetzt fragen, weshalb Sie diesen sportlichen «Torturen» nichts abgewinnen können, liegt es vielleicht daran, dass Sie die richtige Sportart noch nicht gefunden zu haben.
Was Sport wirklich bringt
Heute dient Sport als umfassender Begriff, der für vieles herhalten muss. «Sport wird oft als eine Art Allroundmethode für Glückseligkeit angesehen», weiss Kathrin Lehnert vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Bern. Pauschale Formulierungen drücken aus, wozu Bewegung dienen soll: Sie Stress reduzieren sowie Wohlbefinden, Schönheit und Beweglichkeit fördern.
Nützlichle Links
Download: Erste Hilfe bei Sportverletzungen (pdf)
Bei der Frage, welchen Effekt Sport auf die psychische Gesundheit hat, gehen die Meinungen von Wissenschaftlern auseinander. Die landläufige Vermutung, durch Sport werde die Psyche positiv beeinflusst, ist gemäss Kathrin Lehnert wissenschaftlich weniger konsistent belegt. Ganz anders, wenn es um körperliche Aspekte geht. «Die positiven Effekte, die sportliche Aktivitäten auf die physische Gesundheit haben, sind wissenschaftlich nachgewiesen», sagt die Psychologin und Sportwissenschaftlerin. So hilft regelmässige Bewegung etwa zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Übergewicht, Depressionen oder allgemein zur Aktivierung körperlicher Gesundheitsressourcen..
Auf die «Dosis» kommt es an
Wie bei Medikamenten spielt die Dosierung beim Sport ebenfalls eine wichtige Rolle. Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen können je nach Sportart, Intensität, Häufigkeit und Dauer des Trainings variieren und auch ins Gegenteil kippen. Darum ist es für jeden Einzelnen wichtig herauszufinden, welche Sportart zu ihm passt. «Wer jeden Tag eine Stunde joggt, ohne dabei Spass zu haben, tut nicht viel für sein Wohlbefinden», bemerkt Kathrin Lehnert. Ergo: Fehlt die Freude und Motivation an der Sportart, ist es bald vorbei mit regelmässigem Training. Dies gilt vor allem dann, wenn der Sport nur als Mittel zum Zweck eingesetzt wird – wie etwa zur Gewichtsreduktion. Damit Bewegung auch wirklich Spass macht, ist es darum wichtig, sich bei der Wahl der richtigen Sportart Zeit zu lassen.
Autorin: Christa Friedli Müller
Redaktor: Didier Buchmann

