Beschwerden

Verstopfung

Symptome

Von Verstopfung oder Obstipation, wie der medizinische Ausdruck heisst, spricht man, wenn es zu weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche kommt. Durch die lange Verweildauer im Verdauungstrakt wird dem Nahrungsbrei Wasser entzogen, wodurch der Stuhl eindickt, trocken und hart wird, was die Entleerung erschwert. Bei Verstopfung kann auch ein Völle- oder Druckgefühl im Unterbauch auftreten, meist einhergehend mit schmerzhaften Blähungen.

Ursachen und Hintergründe

Ursachen von Verstopfung sind vielfältig: verändertes Essverhalten wie beispielsweise auf Reisen, bei Diäten, durch ballaststoffarme Ernährung oder eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Die Beschwerden können durch einen veränderten Lebensstil, wie beispielsweise den Wechsel von stehender/aktiver zu einer sitzenden Tätigkeit verursacht sein, oder durch Rauchstopp oder psychische Anspannung. Auch Schwangerschaften, Eintritt in die Wechseljahre, Krankheiten (mit langer Bettruhe) oder Nebenwirkungen von Medikamenten können Gründe für einen trägen Darm sein.

Was man selbst tun kann

  • Genügend trinken: Optimal ist eine Flüssigkeitsmenge von 1 Liter pro Tag.

  • Ballaststoffreiche Ernährung mit Gemüse, Früchten, Getreide, Hülsenfrüchten, Kleie. Wer sich an die Regel «Fünf am Tag» hält, kann die Darmtätigkeit ideal unterstützen. Gemeint ist, fünf Portionen Gemüse und Früchte pro Tag essen, wobei eine Portion einer Handvoll entspricht.

  • Eine bis zwei über Nacht eingelegte Feigen oder Pflaumen am Morgen eingenommen, regen die Darmtätigkeit an.

  • Im Einzelfall sollte entschieden werden, ob – für kurze Zeit – die zusätzliche Einnahme von Stuhlregulantien oder Abführmitteln, sogenannten Laxantien, notwendig ist.

    • Heilpflanzen mit anregender Wirkung auf die Darmmuskulatur wie Sennesblätter und Faulbaumrinde führen zu einer erhöhten Darmtätigkeit und fördern dadurch die Ausscheidung.

    • Quellmittel wie gemahlene Kleie, Lein- oder Flohsamen tragen zur Vergrösserung des Stuhlvolumens bei.

    • Osmotisch wirkende Laxantien wie Bisacodyl, Magnesiumsulfat oder Sorbit. Zusammen mit einströmendem Wasser kommt es zu einer abführenden Wirkung.

    • Gleitmittel wie zum Beispiel Paraffinöl können harten Stuhl gleitfähig machen.

    • Generell sollen Abführmittel nur über kurze Zeit und bei Bedarf angewendet werden. Ein regelmässiger Einsatz von Abführmittel aller Art führt zu einer Verstärkung der Darmträgheit und kann die Verstopfung chronifizieren.

  • Bei andauernden oder immer wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit, Blähungen oder Blut im Stuhl müssen die Ursachen ärztlich abgeklärt werden. Auch bei Kindern mit Verstopfung ist Vorsicht geboten.

  • Im Umgang mit dem Gang auf den Thron lohnt es sich, etwas Gelassenheit an den Tag zu legen. Nicht ohne Entleerungsdrang die Toilette aufsuchen, nicht pressen, das begünstigt höchstens die Bildung von Hämorrhoiden. Man muss nicht jeden Tag können: dreimal am Tag oder auch bloss alle drei Tage, beides und alles dazwischen ist ganz normal.

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