Kontra: Dr. med. Barbara Wanner führt in Zürich eine frauenärztliche Praxis

Wie stehen Sie zu Hormonersatztherapien?

«Ich bin nicht grundsätzlich gegen Hormone. Es gibt Frauen mit starken Beschwerden, wie zum Beispiel lang anhaltenden Schlafstörungen, die an die Substanz gehen. Da hilft manchmal nichts anderes mehr. Die Hormoneinnahme ist aber mit Risiken verbunden. Zum Beispiel steigt das Brustkrebs- oder Hirnschlagrisiko mit jedem Jahr der Einnahme an.»

Die Einnahme von Hormonen soll gegen Depressionen helfen.

«Depressiv werden Frauen in den Wechseljahren nicht. Das ist eine Mär. Sie werden stimmungslabiler und dünnhäutiger. Oft befinden sich die Frauen auch in schwierigen Lebensphasen: Die Kinder fliegen aus, der Mann verlässt sie. Die äusseren Umstände sind entscheidender für die Psyche als der Rückgang der Hormone.»

In welcher Situation empfehlen Sie eine komplementärmedizinische Behandlung?

«Grundsätzlich entscheiden die Frauen selber. Ich informiere sie über Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin und pflanzliche Mittel wie zum Beispiel Traubensilberkerze gegen Wallungen. Eine Wirkung zeigt sich nach zwei bis drei Wochen. Schlägt die Behandlung nach einem Monat nicht an, muss etwas anderes ausprobiert werden.»

Lesen Sie mehr zu Wechseljahrbeschwerden im Dossier Zyklusstörungen.

Quelle: «Drogistenstern»
Autorin: Claudia Merki
Redaktion: Didier Buchmann

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