Testosteron

Testosteron-Klischee wird entlarvt

Hohe Testosteronwerte blähen die Muckis, machen zeugungsfähig und halten leistungsfähig. Doch dieses Klischee vom potenten Mann stimmt nur bedingt.

Wirkung und Funktion des Testosterons

Im Gehirn trägt Testosteron zur Steigerung der Libido bei und hat einen positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden und die Stimmungslage.

Im Gehirn trägt Testosteron zur Steigerung der Libido bei und hat einen positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden und die Stimmungslage.

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Wenn Männer altern, macht sich das natürlich auch körperlich und seelisch bemerkbar: Der Mann ist oft schlapp und müde, schläft nicht mehr so gut, hat keine Lust auf Unternehmungen, nimmt ein paar Kilos zu und die gute Laune lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Ein wunder Punkt ist bei vielen Männern auch das Sexualleben. Die Libido lässt nach, morgendliche Erektionen werden seltener und mehr als die Hälfte der fünfzigjährigen Männer hat das Gefühl, den Zenit des Lebens überschritten zu haben. Sind das nun die viel zitierten «männlichen Wechseljahre»? Dazu zunächst ein Überblick über die Auswirkungen des Hormons Testosteron auf den männlichen Köper.

Wirkung auf den Körper

Der Testosteronspiegel ist bei Männern rund zehnmal höher als bei Frauen. Was bewirken die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) und wofür ist Testosteron zuständig?

Bei Jugendlichen im Wachstum

Bis zur Pubertät haben Knaben nur wenig höhere Testosteronwerte als Mädchen. Danach beeinflussen Schübe dieses Hormons das Wachstum des Penis, der Samenblasen und der Prostata. Bindegewebe und Muskulatur werden aufgebaut, der Kehlkopf wächst, und die Stimmbänder verdicken sich, was sich als Stimmbruch bemerkbar macht. Die männertypische Körperbehaarung spriesst, wofür übrigens auch bei der Frau das Testosteron zuständig ist. Mit etwa 17 Jahren sind die Hormonspiegel des Mannes erreicht. Das Sexualhormon wird hauptsächlich in den Hoden produziert und beeinflusst neben Muskel- und Knochenaufbau die weitere Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale und die Libido, also das sexuelle Verlangen.

Bei jungen Männern

Bei einem gesunden, erwachsenen Mann liegt der Testosteronspiegel zwischen 12 und 40 Nanomol pro Liter Blut. Diese Spannweite ist normal, da der Wert tageszeitlichen Schwankungen unterliegt. Abends, zwischen 18 und 22 Uhr, sind die Werte am niedrigsten. Früh morgens liegen sie 35 Prozent über dem Durchschnitt. Anzeichen dafür ist die spontane Erektion oder salopp: die Morgenlatte. Zu tiefe Testosteronwerte sind bei jungen Männern meist auf ernsthafte Krankheiten oder Unfall zurückzuführen und bewirken Stimmungsschwankungen, Depression, Müdigkeit und Libidoverlust.

Bei Männern mittleren Alters

Beim Mann nehmen die Testosteronwerte ab dem 30. Lebensjahr um jährlich etwa ein Prozent ab (im Gegensatz zu den Frauen, bei denen in den Wechseljahren die Eierstöcke die Produktion der Östrogene brüsk einstellen). In der Regel bereitet die geringe Hormonabnahme den Männern keine gesundheitlichen Probleme. Dass die Potenz dadurch beeinträchtigt ist, ist ein Irrtum. Erektionsstörungen liegt nur selten ein Mangel am Sexualhormon zugrunde. Meist haben sie organische Ursachen, zum Beispiel wegen Durchblutungsstörungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Nikotin- oder Alkoholkonsum. Liegt dagegen eine Osteoporose vor, kann ein geringer Hormonspiegel nicht ausgeschlossen werden.

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